Altersteilzeit - Änderungen ab 2024 beachten

  • Das Modell der Altersteilzeit ist eine Möglichkeit für ältere Arbeitnehmer:innen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und dabei einen Lohnausgleich zu erhalten, der teilweise vom AMS gefördert wird. Ab 2024 kommt es bei der Altersteilzeit zu wesentlichen Änderungen, die sowohl für Arbeitgeber:innen als auch Arbeitnehmer:innen relevant sind. Es gibt zwei Grundmodelle, nämlich die durchgehende (kontinuierliche) Altersteilzeit und die geblockte Altersteilzeit mit anschließender Freizeitphase. Neben diversen anderen Anpassungen wird durch die aktuelle Arbeitslosenversicherungsgesetz-Novelle die Blockzeitvariante der Altersteilzeit mit Wirkung ab 1.1.2024 eingeschränkt und entfällt ab 1. Jänner 2029 zur Gänze. Als Blockzeitvereinbarungen gelten Formen der Altersteilzeit mit wöchentlich unterschiedlichem Ausmaß der verringerten Normalarbeitszeit. Die schrittweise Beendigung der geblockten Altersteilzeit erfolgt dadurch, dass die maximale Laufzeit für solche Modelle (maximaler Abstand zwischen dem Beginn der Altersteilzeit und der Erreichung des Regelpensionsantrittsalters, aktuell 5 Jahre) ab 1.1.2024 jährlich um sechs Monate verringert wird. Für geblockte Altersteilzeit mit Laufzeitbeginn zwischen 1.1.2024 und 31.12.2028 wird das Altersteilzeitgeld stufenweise reduziert:

    • Für alle Blockzeitvereinbarungen, deren Laufzeit ab 1.1.2029 beginnt, besteht kein Anspruch mehr auf Altersteilzeitgeld.
    • Bei Blockzeitvereinbarungen mit Laufzeitbeginn vor dem 1.1.2029 wird der Zusatzaufwand durch das Altersteilzeitgeld teilweise nur noch in folgender Höhe abgegolten:
      o Blockzeitvereinbarungen mit Laufzeitbeginn vor 2024 oder mit Laufzeitbeginn im Jahr 2024 und Antragstellung auf Altersteilzeitgeld bis 12.9.2023: im Ausmaß von 50 %
      o Blockzeitvereinbarungen mit Laufzeitbeginn im Jahr 2024 und Antragstellung auf Altersteilzeitgeld nach dem 12.9.2023: im Ausmaß von 42,5 %
      o Blockzeitvereinbarungen mit Laufzeitbeginn ab 2025: im Ausmaß von 35 %
      o Blockzeitvereinbarungen mit Laufzeitbeginn ab 2026: im Ausmaß von 27,5 %
      o Blockzeitvereinbarungen mit Laufzeitbeginn ab 2027: im Ausmaß von 20 %
      o Blockzeitvereinbarungen mit Laufzeitbeginn ab 2028: im Ausmaß von 10 %
    Weitere Änderungen gibt es bei der Berechnung des Lohnausgleichs beim Altersteilzeitgeld. Anspruchsvoraussetzung für das Altersteilzeitgeld ist unter anderem die Leistung eines Lohnausgleichs durch den Arbeitgeber, der wiederum einen Zuschuss des Arbeitsmarktservice (AMS) erhält. Durch diesen Lohnausgleich werden die wirtschaftlichen Nachteile der Teilzeitbeschäftigung für den Arbeitnehmer abgefedert. Bisher betrug der geförderte Lohnausgleich 50% der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Entgelt im letzten Jahr vor der Altersteilzeit (Oberwert) und dem auf die neue verringerte Arbeitszeit umgerechneten Entgelt aus dem letzten Monat vor der Altersteilzeit (Unterwert). Zukünftig entspricht der Unterwert dem Entgelt, welches in den letzten 12 vollen Kalendermonaten bei entsprechend verringerter Arbeitszeit gebührt hätte. Ober- und Unterwert weisen somit den gleichen Bezugszeitraum auf, sodass der Unterwert im Ergebnis einen prozentuellen Anteil des Oberwerts nach Abzug der Überstundenentlohnung (Überstundenpauschalen) darstellt. Dies vermeidet zukünftig zufallsgesteuerte Ergebnisse.

Empfehlung

  • Wir empfehlen Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen, sich zeitnah mit den (umfassenden) neuen Altersteilzeitregelungen vertraut zu machen und gegebenenfalls bestehende oder geplante Altersteilzeitvereinbarungen auf Übereinstimmung mit den neuen Vorschriften zu überprüfen und allenfalls anzupassen.

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