Familienunternehmen in Österreich

Was sie können und andere Besonderheiten

  • 156.400 Familienunternehmen, die rund 1,7 Millionen Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz geben, prägen die wirtschaftliche Landschaft Österreichs. Sie tragen einen erheblichen Teil zur Wirtschaftsleistung bei und können sich auch im internationalen Wettbewerb sehen lassen. Ihre Besonderheiten sind oftmals der Grund für ihren nachhaltigen Erfolg.

    Mit einem Umsatz von 365 Milliarden jährlich und zwei Drittel aller in Österreich vorhandenen Arbeitsplätze haben Familienunternehmen einen entscheidenden Anteil am wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand Österreichs. Die Bandbreite dieser Unternehmen reicht von sehr groß bis klein. So finden sich Big Player, wie Porsche oder Red Bull unter ihnen, aber auch Klein- und Kleinstunternehmen (EPUs). Einen beträchtlichen Beitrag leisten auch die sogenannten „Hidden Champions“. Das sind jene 160 österreichischen Firmen, die als Weltmarktführer in ihrem Bereich agieren, der breiten Masse aber nicht bekannt sind. Viele davon sind Familienbetriebe, wie etwa das auf den Bau von Feuerwehrautos spezialisierte Unternehmen Rosenbauer.

    „Ein Familienunternehmen ist wie ein Kind, das man aufwachsen sieht und das man begleitet und unterstützt.“ Michael Otto, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Otto Group, welche selbst als kleines Familienunternehmen im Jahr 1949 startete, bringt es mit seiner Aussage auf den Punkt: „Familienunternehmer sehen sich als Eltern, die sich um ihr Kind, das Unternehmen, kümmern und es beim Aufwachsen begleiten möchten. Diese langfristige Orientierung und das Verantwortungsgefühl sind wichtige Kriterien, um erfolgreich zu sein. Damit unterscheiden sie sich auch vielfach von Nicht-Familienunternehmen.“

    Betrachtet man die Eigentümerverhältnisse, so befinden sich Familienunternehmen im Besitz einer oder mehrerer Familien oder von Privatstiftungen und diese haben auch einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik. Daher ist die Persönlichkeit der Mitwirkenden von größter Bedeutung für den Erfolg des Unternehmens, wie sich etwa an der Swarovski KG, dem weltbekannten Kristallglas-Hersteller, zeigt.

    Nachhaltigkeit gilt als wichtiges Kriterium in der Führung dieser Art von Betrieben. Familienunternehmen, die an nächste Generationen weitergegeben werden sollen, benötigen einen längerfristigen Planungshorizont. Die Unternehmensführung ist auf Beständigkeit ausgerichtet und orientiert sich nicht an einer kurzfristigen Gewinnmaximierung. Mit der langfristigen Planung geht auch eine Risikovermeidung einher. Es stehen der Fortbestand des Unternehmens und die Erhaltung der Arbeitsplätze im Vordergrund.

    Zum Abschluss soll noch ein weiterer wesentlicher Faktor hervorgehoben werden, nämlich die regionale Verwurzelung der Familienunternehmen. Diese Eigenschaft in Verbindung mit Standorttreue, hat positive Effekte für die Region. Das bedeutet, dass Arbeitsplätze auch im ländlichen Bereich erhalten bleiben und dies hat für ein Land wie Österreich, in welchem rund 78% der Bevölkerung im ländlichen Raum leben, besonders große Bedeutung. Die dadurch gewonnene Loyalität der Mitarbeiter führt zu höherem Engagement und optimaler Leistung und der Unternehmer trägt seiner sozialen Verantwortung gegenüber der Region Rechnung.

Fast Facts - Familienunternehmen in Österreich

    • 156.400 Betriebe mit einem Umsatz von rund 365 Milliarden Euro.
    • Arbeitgeber für rund 1.700.000 Menschen.
    • Im Besitz einer oder mehrerer Familien oder von Privatstiftungen; die Geschäftstätigkeit wird maßgeblich von ihnen beeinflusst.
    • Sie stehen für langfristige Orientierung, nachhaltiges Handeln und regionale Verwurzelung.

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